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Die weiße Hölle vom Piz Palü

Stummfilm, s/w; 127 Minuten (1929)
gekürzte Tonfilm-Fassung, s/w; 92 Minuten (1935)

Regie: Dr. Arnold Fanck & Georg Wilhelm Pabst

Darsteller: Leni Riefenstahl, Gustav Diessl, Ernst Petersen, Ernst Udet, Mitzi Götzel, Otto Spring.

Uraufführung am 11.10.1929 in Wien; Tonfilm-Fassung am 23.12.1935 im UFA-Pavillon am Nollendorfplatz, Berlin

 

Der wohl bekannteste und erfolgreichste Bergfilm von Arnold Fanck! Als Co-Regisseur wurde Georg Wilhelm Pabst engagiert, der die Spiel- und Atelier-Szenen inszenierte. Erstmals wurden in einem Film auch spektakuläre Flugaufnahmen gezeigt, die durch den Flieger Ernst Udet ermöglicht wurden.

Erzählt wird die dramatische Geschichte des Bergsteigers Dr. Johannes Krafft (Gustav Diessl), der nach dem tragischen, von ihm bei einem gemeinsamen Besteigungsversuch des Piz Palü miterlebten Bergtod seiner Ehefrau Maria rastlos in den Wänden des Piz Palü die Erlösung sucht, da er sich für deren Tod verantwortlich fühlt. Bei einem erneuten Besteigungsversuch der Piz Palü-Nordwand schließt sich ihm das frisch vermählte Ehepaar Maria (Leni Riefenstahl) und Hans (Ernst Petersen) an. Bei einem Sturz verletzt sich der unerfahrene Hans und die Seilschaft gerät in einen Wetterumschwung. Der Flieger Udet entdeckt die seit drei Tagen vermissten Bergsteiger auf einem Felsvorsprung. Krafft, der alles tut, um die beiden anderen zu retten, zieht sich vor der Rettung durch die Bergwacht in eine Spalte im Eis zurück, erfriert und folgt damit endlich seiner geliebten Frau.

"Die weisse Hölle vom Piz Palü" ist sicher der dramatischste und perfekteste Film Arnold Fancks, womit das Genre "Bergfilm" seinen Höhepunkt erreichte. Der Film der in der Spielzeit 1929/1930 äußerst erfolgreich war, hat sicher auch in seiner Dramaturgie von der Mitarbeit des Regisseurs G.W. Pabsts profitiert. Er war auch im Ausland sehr erfolgreich und wurde als erster deutscher Spielfilm in New York aufgeführt.

Im Übrigen: bei den Beschreibungen und Inhaltsangaben (auch anderer Fanck-Filme) diverser Rezensenten fragt man sich immer wieder, ob diese den Film ganz gesehen haben! Zum Beispiel erfriert Krafft eben nicht bei dem Versuch, Hilfe zu holen!! Abgesehen davon hat man ohnehin oft den Eindruck, daß Leni Riefenstahls filmisches Werk nur anhand von Ausschnitten oder Fragmenten gekannt und beurteilt wird.

1997 erfolgte eine Restaurierung der Stummfilmfassung von 1929, die mit einer eigens dafür in Auftrag gegebenen Komposition von Ashley Irwin vertont wurde.
(H.S.)

 

Derzeit ist der Film in Europa in folgenden Formaten erhältlich:

  • Video:
    - arte-edition / arthaus (gekürzte Tonfilmfassung von 1935; 86 Minuten)
    (Auf einem Teil dieser Ausgabe wird irrtümlicherweise auf dem Umschlag auch die Stummfilm-Fassung von 1929 wie auf der DVD angekündigt!)
    - Taurus Video - Klassiker-Kollektion
    (gekürzte Tonfilmfassung von 1935; 86 Minuten)

 

  • DVD:
    - arte-edition / arthaus (restaurierte Stummfilm-Fassung von 1929 mit der von Ashley Irwin neu komponierten Filmmusik; 127 Minuten)

 

Weitere Bilder im Filmprogramm:

Illustrierter Filmkurier "Die weisse Hölle vom Piz Palü"

 

 

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