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Tag der Freiheit!
Unsere Wehrmacht!

 

Dokumentar-Film über das Manöver der Wehrmacht während des 7. Reichsparteitages der NSDAP in Nürnberg vom 10. bis 16. September 1935.

Tonfilm, s/w; 28 Minuten
Deutschland, 1935

Regie: Leni Riefenstahl

Kamera: Willy Zielke, Hans Ertl, Guzzi Lantschner, Walter Frentz, Kurt Neubert, Albert Kling

Musik: Peter Kreuder

Uraufführung am 30.12.1935 im UFA-Palast am Zoo, Berlin

 

Leni Riefenstahls Film "Tag der Freiheit! - Unsere Wehrmacht!" entstand letztlich aus einem Kompromiß heraus. Beim Parteitag 1934 war es Leni Riefenstrahl und ihren Kameramännern aus Witterungsgründen heraus nicht möglich gewesen, brauchbares Filmmaterial über die Wehrmachts-Übungen erhalten zu können. Das gedrehte Filmmaterial entsprach ihren künstlerischen und filmischen Ansprüchen nicht, und sie wollte ihren Film "Triumph des Willens" hierdurch in seiner Qualität nicht mindern. Aus der resultierenden Auseinandersetzung mit den Wehrmachts-Generälen, die sich und die Wehrmacht im Film "Triumph des Willens" nicht ausreichend repräsentiert sahen, ging Leni Riefenstahl mit Hitler den Kompromiß ein, über die Wehrmacht anläßlich des 7. Parteitages in Nürnberg 1935 einen eigenen kurzen Film zu drehen.
In diesem Film werden zunächst Szenen aus dem Lagerleben der Soldaten, sowie verschiedene Truppenteile, z.B. Infanterie und Kavallerie gezeigt, bevor Adolf Hitler eine Rede vor den aufmarschierten Soldaten des Heeres und der Marine hält. Nach der anschließenden Parade verschiedener Truppengattungen vor der Tribüne folgen Aufnahmen von Truppenübungen der Infanterie, der Artillerie und Panzertruppen, sowie der Luftwaffe. Wie bereits die anderen beiden Parteitagsfilme Leni Riefenstahls bleibt auch dieser Film ohne jeglichen Kommentar, wobei in "Tag der Freiheit" Adolf Hitlers Rede vor den Soldaten den einzigsten gesprochenen Text bildet.

Trotz teilweise ungewöhnlicher Kameraeinstellungen erreicht der Film aus meiner Sicht, nicht zuletzt thematisch bedingt, in keiner Weise die Eindringlichkeit, die Bildgewalt und die auf die Führerperson Hitlers bezogene Emotionalität von "Triumph des Willens". Ohne Zweifel war Leni Riefenstahl bei diesem Film nicht mit der gleichen Motivation am Werk wie bei "Triumph des Willens", da ihr das Thema keinen vergleichbaren gestalterischen und künstlerischen Raum bot. In einem Interview teilte sie kürzlich noch mit, daß sie den Film, der überwiegend von Willy Zielke gedreht worden sei, nur noch etwas umgeschnitten und bearbeitet hat. Dies spricht für die Distanziertheit, die sie diesem Film entgegenbrachte, und man kann verstehen, daß dieses filmische Zugeständnis an die Wehrmacht ihren künstlerischen Ansprüchen an einen Film nicht genügte. Unabhängig davon waren die Wehrmachts-Generäle und Hitler mit dem Film äußerst zufrieden, und er wurde bei der offiziellen Premiere begeistert gefeiert.

 

 

Derzeit im angloamerikanischen Raum in folgenden Video-Versionen erhältlich:

- DD-Video (North Harrow, Mddx, England)
  als Bonus (gekürzte Fassung) auf der Video-Ausgabe von "Triumph des Willens"
- von A & M Productions wurde kürzlich die vollständige Fassung veröffentlicht.
  Diese zeigt im Gegensatz zur lange Jahre alleinig verfügbaren gekürzten Fassung
  auch die Ansprache Hitlers, sowie die Truppenparade vor der Rednertribüne.

 

Empfehlenswerte (deutschsprachige) Literatur:

Loiperdinger, Martin:
Rituale der Mobilmachung - Der Parteitagsfilm "Triumph des Willens" von Leni Riefenstahl
Leske und Budrich Verlag, Opladen 1987

 

 

Links zum Reichsparteitags-Gelände und Dokumentations-Center in Nürnberg:

http://www.museumsvielfalt.nuernberg.de/dokumentationszentrum/

http://www.museen.nuernberg.de/reichsparteitag/index_reichsparteitag.html

http://www.nuernberg.de/tourismus/rundgaenge/reichsparteitagsgelaende/

 

 

 

 

Eingang zum Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände an der NS-Kongresshalle in Nürnberg
mit der Ausstellung "Faszination und Gewalt" auf 1300 Quadratmetern Fläche.

 

Geschichtlich Interessierten ist ein Besuch des Dokumentationszentrums sehr zu empfehlen. Aufgrund der Fülle der Informationen kann man sicher einen halben Tag einplanen.

 

 

 

 

Kongresshalle (Ansicht von Südost) auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände.
Sie blieb im Bau unvollendet. Im Nordflügel der Bauruine wurde das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände eingerichtet und im Jahr 2001 fertiggestellt.

 

 

 

 

 

 

Zeppelin-Tribüne auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände

 

Die Zeppelin-Tribüne auf dem Zeppelinfeld ist neben der Kongresshalle das einzige, zumindest partiell erhalten gebliebene Bauwerk auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände. Hier wurden, wie in der  1959/1960 abgetragenen Luitpoldarena im Luitpoldhain, die Massenaufmärsche und Kundgebungen der NS-Reichsparteitage abgehalten.
Die Pfeilerreihen links und rechts der Haupttribüne wurden 1967 wegen Baufälligkeit abgetragen.

(Fotos: Helmut Schmidt © 2003)

 

 

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