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Der heilige Berg

Stummfilm, s/w; 118 Minuten
Deutschland, 1926

Regie: Dr. Arnold Fanck

Darsteller: Luis Trenker, Leni Riefenstahl, Ernst Petersen, Hannes Schneider, Friedrich Schneider, Frida Richard, Edmund Meisel.

Uraufführung am 17.12.1926 im UFA-Palast am Zoo, Berlin

 

Der zweite Berg(spiel)film von Arnold Fanck mit Leni Riefenstahl in ihrer ersten Hauptrolle, an der Seite von Luis Trenker.
Wie Leni Riefenstahl zum Film und zu ihrer ersten Hauptrolle kam, und wie Fanck das Drehbuch zum Film für Leni in drei Tagen schrieb,  das liest man am besten direkt in Leni Riefenstahls Memoiren nach.

Die Fertigstellung des Films wurde durch Unfälle von Mitgliedern der Filmcrew sowie widrigen Witterungsverhältnissen immer wieder verzögert, sodaß die Finanzierung des Films durch die UFA ernsthaft in Frage gestellt war. Leni Riefenstahl gewann bereits erste Erfahrungen mit Kameraführung, Filmschnitt  und Regie. Beeindruckende Probeaufnahmen sicherten schließlich die weitere Finanzierung und endgültige Fertigstellung des Films.

In diesem Film, der thematisch eine tragische Dreiecksgeschichte zwischen Diotima (Leni Riefenstahl) und ihren rivalisierenden Verehrern Vigo (!) (Ernst Petersen) und dessen älterem Freund (Trenker) erzählt, nimmt Fanck bereits alle stilistischen und künstlerischen Mittel seiner späteren Bergfilme vorweg: phantastische Natur- und Bergaufnahmen, atemberaubende Ski-Abfahrten, beeindruckende Wolkenbilder und Lichtstimmungen.
Fancks Absicht war es, in diesem Film die Kontraste Natur-Kultur, Meer-Gebirge und Tanz-Skilauf zum Ausdruck zu bringen. 

Auch wenn der Film und die Rolle Leni Riefenstahls in der damaligen und heutigen Kritik sehr kontrovers beurteilt wurden/werden, stellt der Film für mich einen der gelungensten Fanck-Filme dar, und  keiner der nachfolgenden Filme Fancks war so künstlerisch-stimmungsvoll mit teilweise surreal anmutenden, traumartigen Bildsequenzen. Und Leni Riefenstahl zeigt meiner Meinung nach in dieser Stummfilmrolle durchaus eine überzeugende Leistung. Wenn auch "Die weisse Hölle vom Piz Palü" von der Geschichte und Dramaturgie her spannender und perfekter gemacht sein mag, so ist doch "Der heilige Berg" für mich aufgrund seiner besonderen Ausstrahlung der eigentlich beste (Berg-)Film von Arnold Fanck!!

 

Neuigkeit:

Seit 12. August 2003 ist der Film als DVD von Kino International bei diversen DVD-Versandhäusern international erhältlich!!
Laufzeit 105 Minuten;
Musik von Aljoscha Zimmermann

Der Film wurde in Zusammenarbeit von der Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung, Wiesbaden, dem Bundesarchiv / Filmarchiv, Berlin und der Fondacione Cineteca Italiana, Mailand rekonstruiert.

Die Rekonstruktion erfolgte aus zwei verfügbaren Nitrokopien: einer Sepia-colorierten Kopie aus dem Bundesarchiv/Filmarchiv, Berlin und einer Schwarz/Weiss-Kopie der Fondacione Cineteca Italiana, Mailand. Die Texttafeln stammen von der Bundesarchiv-Kopie oder wurden anhand der Zensurkarte von 1926 des deutschen Filminstituts rekonstruiert. Für die vorliegende DVD-Veröffentlichung wurden die Texttafeln ins Englische übersetzt und in einem zeitgemäßen Schriftbild dargestellt. Eine Version mit deutschen Texttafeln existiert (noch) nicht. Die Filmmusik wurde neu von Aljoscha Zimmermann zum Film komponiert und eingespielt.

 

 

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